Gästebuch


Ihr wollt uns eine Rückmeldung zum Film geben oder euch sind Aspekte zur professionellen Identität in der Sozialen Arbeit wichtig, die darin keinen Platz finden konnten? Ihr wollt Erfahrungen aus dem Studium oder der Berufstätigkeit austauschen und habt Ideen, wie eine professionelle Positionierung in beiden Bereichen gestärkt werden könnte?


An dieser Stelle könnt ihr eure Gedanken mit uns teilen und zur Diskussion stellen. Wir freuen uns auf eure Meinungen!

Kommentare: 6
  • #6

    Petra, Tamara, Johanna, Daniel, Hanno (Mittwoch, 05 Juni 2019 18:50)

    Auf der Suche nach professioneller Identität

    Soziale Arbeit existiert. Für den einen mehr, für den anderen weniger. Aber was genau dahinter steckt ist meistens nicht bekannt. Wir als Studenten und Studentinnen der Sozialen Arbeit sind vielfach mit folgenden Dialogen konfrontiert:
    Person: „Und, was studierst du so?“
    Ich: „Soziale Arbeit“
    Person: „Ah … und was ist das?“
    Ich (gedanklich): … gute Frage, was ist das, was mache ich da und wer bin ich in der Sozialen Arbeit?

    Auf unserer Reise durch das Studium haben wir bemerkt, dass sich alles weiterentwickelt … ja, sogar wir haben uns merklich weiterentwickelt. Wir fühlen uns sicherer in unserem Tun, können sagen, dass wir uns genug theoretisches Wissen angeeignet haben, um mit anderen diskutieren zu können und allerletzt haben wir die Fähigkeit erworben uns und unsere Werte hinterfragen zu können.
    Am Ende unseres Gedankenspiels zum Thema „Professionelle Identität in der Sozialen Arbeit“ sind wir trotzdem zu der Frage gekommen, ob es DIE EINE professionelle Identität überhaupt gibt bzw. geben muss?! Welche persönlichen Eigenschaften würden wir dafür benötigen? Bekommen wir sie zugeschrieben oder müssen wir (noch) darum kämpfen?
    Auch die Experten und Expertinnen im Film haben aus unserer Sicht dazu keine eindeutige Meinung und betonen die Wichtigkeit der Professionsdebatte mal mehr, mal weniger. Schlussendlich sind wir der Meinung, dass vor allem für uns Studierenden ein erster Grundstein hin zur eigenen professionellen Identität durch Diskussionen zum Thema während des Studiums gelegt ist. Schließlich geht es darum, dass man den eingangs beschriebenen Dialog zu ende führen kann, ohne dabei lang überlegen zu müssen. Auch wenn wir uns im Reden weiterentwickeln und hinterfragen, sollten wir doch schon einen Grundstein besitzen, auf dem wir immerzu aufbauen können.

  • #5

    Alina, Florian, Kerstin und Rojda (Montag, 03 Juni 2019 17:08)

    Dieser Projektfilm regt dazu an sich noch intensiver mit dem Thema professioneller Identität auseinander zu setzten.
    Da Soziale Arbeit ein breites Handlungsfeld, vielfältige Problemlagen und Arbeitsbereiche von den Hilfen bis zum Management bedient, ist eine professionelle Identität bzw. ein Selbst- und ein Fremdverständnis, das uns von anderen Professionen klar abgrenzt, sehr wichtig.
    An der Fachhochschule konnten wir uns die wissenschaftlichen und sozialen Grundlagen, um eine professionelle Haltung und fachliche Kompetenzen zu entwickeln, aneignen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung um in der professionellen Berufsrolle unsere Identität als Sozialarbeiter*innen nie aus den Augen zu verlieren.
    Zum Thema professionelle Identität in der Sozialen Arbeit sehen wir es als schwierig an, dass wir innerhalb der Profession zu wenig Präsenz und keine gefestigte und geschlossene Identität haben. Soziale Arbeit ist sehr individuell und man kann nicht genau sagen, was die Soziale Arbeit macht und das allein durch die Tatsache, dass Soziale Arbeit aus unzähligen Professionen besteht und man in jedem Bereich andere Tätigkeiten und Expertisen vorfindet. Aufgrund der breiten Möglichkeiten die sich in der Ausübung unserer Profession ergeben, gibt es kein klares Bild von Sozialarbeit und wenig gesellschaftliches Wissen über die Profession im allgemeinen und welche Wichtigkeit diese eigentlich hat.
    Was die professionelle Identität sozialer Arbeit ausmacht, ist sehr von Subjektivität und Individualität bestimmt. Es fehlt an Bestrebungen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und so öffentlichkeitswirksam als Profession aufzutreten, stärker in der Mitte der Gesellschaft vertreten zu sein und politisch mehr Gewicht zu haben. Im Film wurde erwähnt, dass vielen die Abwesenheit sozialer Arbeit vermutlich nicht auffallen würde (zumindest nicht in den ersten Jahren) und wir denken, dass das auch genau der Grund ist warum politisches Gewicht und gesellschaftliche Anerkennung und Verständnis der Profession fehlt, um auf die Autonomie dieser mitwirken zu können und selbst zu bestimmen, wie soziale Arbeit praktiziert wird. Durch einen großen Diskurs, der das Subjektive auf etwas Objektives bringen würde, könnte man stärker auftreten und so versuchen die Forderungen der Profession nachhaltig in der Praxis umzusetzen.

  • #4

    Arbeitslos melden (Donnerstag, 18 Mai 2017 23:17)

    Super, auch für das Thema arbeitslos melden!!

    LG
    Klaus von https://www.arbeitslos-melden.com

  • #3

    Müeller (Donnerstag, 18 Mai 2017 23:16)

    Klasse Seite weiter so!!

    LG
    Klaus von https://www.arbeitslos-melden.com

  • #2

    Jonathan (Mittwoch, 01 März 2017 12:51)

    Der Film ist echt toll gemacht und gibt mit den einzelnen Beiträgen einen guten Überblick über die Fragestellungen zur professionstheoretischen Debatte. Ich bin wirklich genervt davon mich als Sozialarbeiter immer wieder und wieder erklären zu müssen, was ich da mache, warum man das studieren muss und warum wir mehr Anerkennung fordern. Die Emanzipation der Sozialen Arbeit sollte konsequent von allen Praktiker_innen vollzogen werden, aber leider lassen sich viele von uns viel zu schnell einlullen, nicht zuletzt aufgrund ökonomischer Gegenargumentation. Dem mit guten Perspektiven, Ansichten und Argumenten entgegenwirken zu können, vor allem die Verbalisierung solcher, denn als Grundkonzept sind sie durchaus in unseren Köpfen vorhanden, sehe ich als zentrale Aufgabe der Professionalisierung der Sozialen Arbeit.

  • #1

    Sozfred (Dienstag, 23 August 2016 16:46)

    Eine sehr ansprechend gedachte und umgesetzte Seite. Davon müsste es mehr geben, auch wenn inhaltlich anders aufgestellt bin. Dazu ein paar pointierte Anmerkungen.
    Mechthild Seithe führt als einen Eckpunkt für ein Verständnis professioneller Sozialer Arbeit an:
    "Wiedererlangung fachlicher Autonomie: eigene Definitionshoheit Sozialer Arbeit hinsichtlich der Ziele und Methoden unter Berufung auf einen demokratisch legitimierten, fachlichen Kodex."

    Klingt gut. Die Sache hat allein schon in diesem einen Punkt drei Haken.

    Haken1
    Fachlichkeit sozialer Arbeit ist kaum existent und wenn man sie annehmen wollte, wäre es eine Daherkonstruierte und aus diversen Fachbereichen gepatchworkte.
    Haken 2
    Noch abwegiger wird es bei der Formulierung "Wiedererlangung". Das impliziert, dass eine fachliche Autonomie bereits einmal bestanden habe. Die Phase an fachlicher Autonomie ist offensichtlich an mir völlig vorbeigegangen. Schade.
    Zudem mutet es an wie das Gerede von einer Re-Sozialisierung entlassener Häftlinge. Wann sollen die bereits einmal in einer Form sozialisiert worden sein, die ein RE als lohnenswert erscheinen lässt!!
    Haken 3
    Definitionshoheit Sozialer Arbeit. Wann und wo soll es die gegeben haben?

    Allenthalben scheinbar Parallelwelten . . .

    Sehr ansprechend:
    "In der praktischen Umsetzung bleiben SozialarbeiterInnen trotz ungeklärter Identitätsfrage in permanenter Vorläufigkeit handlungsfähig. Unsicherheiten und widersprüchliche Rollenanforderungen werden im Sinne einer Ambiguitätstoleranz in die professionelle Praxis eingeschlossen." Kleve